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Würde, Wert, Wie bitte…?

Ein vielbenutztes Wort in diesen Zeiten ist die „Würde“. Die Würde des Menschen ist unantastbar. In aktuellen Situationen, meist maskentechnischer (man möge sich an vorangegangene Beiträge erinnern, – zwinker, zwinker) Art, ein vielzitiertes Wort. Genaueres Hinsehen erforderlich, was plappert man denn da nach?

Im Dunstkreis unserer Wissensgemeinschaft wurde die „Würde“ auch schon zum Gegenstand eifriger Diskussionen erhoben, mit mehr oder weniger erfolgreich verstehbaren Ergebnissen. Man dachte sich, man fragt mal nach…zumal die handelsüblichen Definitionen des Wortes „Würde“ interessante Aspekte auftauchen lassen, die zum Verständnis zu einem kommerziellen System enorm beitragen können.

Die Würde ist ein sehr altes Wort, es gibt Würdenträger, würdevoll, auch kann man etwas würdigen. Es klingt auch schon etwas angestaubt. Bedeutungen die zu dieser Wortschöpfung hinterlegt sind, sind Ausdrucksformen wie „Ehre“, „Rang“, „Verdienst“ oder auch „Ansehen“, sprachgeschichtlich ist aber auch eine sehr direkt dargestellte Verbindung zu der weiteren Bezeichnung „Wert“ vorhanden. Da die Würde des Menschen an erster Stelle in der vorhandenen Betriebsanleitung (unserem zu Grunde liegendem Gesetz) steht kommt ihr auch ein gewisser Stellenwert zu Gute, möchte man doch meinen. Das Wort „Wert“ wiederum ist ein Begriff aus der „materiellen“ Welt. Schon früh hat man mit dem alten deutschen Wort „werd“ (dem heutigen „Wert“) die „Kostbarkeit“ oder den „Preis“ bezeichnet, oder bewertet…

Bei der Bezeichnung „Wert“ ist die geldbezogene Bedeutung vor der ideellen Bedeutung und der damit verbundenen „Würde“ gemeint, spricht man also von der „Würde“ bezieht man sich auch auf einen „Wert“. Dazu existieren noch viele Bezeichnungen in verschiedensten Bereichen, die alle irgendwie mit Messungen zu tun haben.

Bedeutungen von „Wert“:

[1] ein in Geld ausgedrücktes materielles Äquivalent einer Sache, einer Dienstleistung oder einer Information

[2] gesellschaftliche  anerkannte, wünschenswerte, ideelle Vorstellung, der die positiven Eigenschaften einer Sache (!) zu Grunde liegen

[3] Aktien

[4] In der Philatelie: Briefmarke mit einem bestimmten aufgedruckten Preis

[5] In der Informatik: die Belegung eines Speicherblockes bzw. einer Variable, die zur informationstechnischen Weiterverarbeitung ausgelesen oder geändert werden kann

[6] In der Mathematik: eine Zahl oder ein Term, der anstelle einer Variable in eine Gleichung eingesetzt werden kann

[7] In der Medizin und Technik: ein Zahlen oder Zeichen ausgedrücktes Ergebnis einer Untersuchung oder Messung

[8] die, einer Sache innewohnende Qualität, die sie begehrenswert macht

Es ist schon wieder einmal sehr bezeichnend, was alles mit Wert verbunden ist und was genau die Würde nun damit zu haben soll. Fragezeichen….unbedingt.

Um Licht ins Dunkel zu bringen wurde nach der Eindeutigkeit gefragt und zwar hier:

Wir ersparen uns die Untersuchung der vier angegebenen Punkte, man kann jedoch hier hervorheben, dass die „persönliche Identität“ oder auch „Schutz der körperlichen Integrität“ in Verbindung mit einer Würde Anlass zu Fragen bietet. Und genauere Nachfragen konnten ebenfalls, wie man unschwer erkennen kann, nicht beantwortet werden:

Es gibt offenbar niemanden, der den Schleier der Eindeutigkeit lüften kann. Insofern bleibt uns nur der Weg der eigenen Anschauung, die ja auch durch unsere Betriebsanleitung erlaubt ist.

Der Mensch steht vor dem Gesetz und besitzt eine Würde, – einen Wert. Personen befinden sich mit einer Laufzeit innerhalb der Rechtsordnung. Betrachten wir den Wert aus systemischer Sicht, so wird alles, was sich in einer würdigen Beachtung findet, mit einem Wert versehen. Selbst Joghurtbecher werden bewertet. Man muss dem Menschen offenbar einen Wert zurechnen, kann dies aber nicht über den direkten Weg ablaufen lassen. Da sich unser System in einer Abhängigkeit befindet, die sich durch das eingegebene Zahlungsmittel bewerten lässt, muss dem System ein Wert gegenüberstehen, mit der die eingegebenen Zahlungsmittel „gedeckt“ sind.

„Hey, ich brauch‘ Kredit!“ – „Kein Problem, was hast du denn für Sicherheiten?“. Lautet die Antwort.

Und gibt man nicht die Substanz, die Realität als Sicherheit über Papiere an? Für das System sind wir der Wert, versichert durch ein registriertes Papier genannt Person, versehen mit einem Namen, einem Ort, einem Datum und einem Steuerkonto.

Ein kommerzielles System kann nur kommerzielle Werte kennen, daher muss der würdigen Wertigkeit ein kommerzieller Hintergrund entsprechen:

Wir stehen diesem System gegenüber. Alle internen Prozesse sind nicht auf den Menschen bezogen sondern auf Personen. Wir versichern den Laden. Dies ist mit Würde vornehmlich gemeint und gerade in diesen Zeiten lässt sich die Verschiebung einer vermeintlichen moralischen Definition der „Würde“ erkennen. Da die Würde beide Bedeutungen innehat, die kommerzielle wie auch die moralische, kann man davon ausgehen, dass auch beide Bedeutungen eine gewisse „Wertigkeit“ besitzen. Man kann erahnen welche von beiden Bedeutungen die Herrschaft der Würde aktuell übernommen hat. Dies wurde ja auch über die Anfrage kommuniziert:

Zitat:

„Erlauben sie mir noch den Hinweis, dass die Menschenwürde ein verfassungsrechtlicher Begriff ist, dessen konkreter Bedeutungsinhalt sich mit einem Wandel der Gesellschaft ändern kann“

Zitat Ende:

Die Würde ist unantastbar, – und auch hier zeigt sich der kommerzielle Bedeutungsinhalt mit einer kompletten Breitseite.

Der Wert wird nicht angetastet, er bleibt unbegrenzt, egal WAS auch geschieht…

Wer würde da noch widersprechen…wollen?

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