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Das Ding mit dem Namen

Name ist die Bezeichnung einer einzelnen Person oder eines einzelnen Gegenstands zum Zweck der Heraushebung aus einer Gattung bzw. der Unterscheidung von anderen Personen und Gegenständen. Im Privatrecht ist der N. einer Person ein besonderes →Persönlichkeitsrecht (§ 12 BGB, Namensrecht), das bei Störungen (Bestreiten eines eigenen Gebrauchs durch Fremden, Gebrauch des eigenen Namens durch Fremden) einen →Beseitigungsanspruch und → Unterlassungsanspruch gewährt. Gegebenenfalls kommt auch ein Schadensersatzanspruch in Betracht. Der N. eines Menschen besteht aus dem (frei von den Eltern eines Kindes für dieses wählbaren) →Vornamen und dem in Deutschland seit dem Hochmittelalter erscheinenden (grundsätzlich festen) →Familiennamen (Nachnamen).“
(Quelle: Köbler, Jur. Wörterbuch)

Der Name ist die Bezeichnung einer einzelnen Person. Also nennen wir das Kind mal beim Namen.

Das Thema „Name“ ist umfassend groß und es wäre zu viel um alles zu beschreiben was damit verknüpft ist. Trotz allem lohnt sich ein Blick darauf. Was verursacht der Name, wozu brauchen wir ihn? Unser Rechtssystem legt, was den Namen betrifft, großen Wert auf Genauigkeit und Sorgfalt. Der Findung des Namens bereitet vielen Eltern Kopfzerbrechen, anderen wiederum fällt es ausgesprochen leicht einen Namen zu wählen, für den neu ankommenden Sprössling.

Die ersten öffentlichen Instanzen, die mit dem Namen zu tun haben sind die Standesämter. Über Anzeige einer Geburt, wird ein (Seit 01.01.2009 digitalisiert) Geburtsregistereintrag erstellt und durch Standesbeamte beglaubigt. Hieraus erfolgt die Geburtsurkunde, alles in „i.V.“ (In Vollmacht) vom Standesbeamten gezeichnet. Übrigens, nur so am Rand, Standesbeamte werden nach „Gesinnung“ und „Persönlichkeit“ ausgewählt, – das wird man nicht so einfach.

Der erfolgte Registereintrag wird dann weiteren Stellen gemeldet. Die Art der Geburt sowie die Lebensverhältnisse der Eltern spielen zudem ebenfalls eine Rolle und werden als „erachtenswert“ erfasst.

Danach wird das „Kind“ rechtlich gesehen in den Personenstand überführt und ist nun Teil der Personengesellschaft unseres Staates. Nach Ablauf von spätestens 18 kalendarischen Jahren ergeht die Aufforderung zum Beantragen eines Personalausweises, welcher dann alle Dinge erlaubt, die man zum Leben so braucht… Job, Konto, Wohnung, Führerschein, GEZ, Heirat und Steuern, ach ja und „Wählen“. So weit so gut. Auch die Unterschrift kommt ab der Erstellung des PA zur ersten Geltung, aber das ist ein anderes Thema. Das alles wäre keiner Erwähnung wert, ist es doch so seit wir denken können. Großeltern, Eltern machen dies alles ja genauso. Man d e n k t nicht groß darüber nach.

Blickt man allerdings etwas genauer auf den Vorgang, tauchen wie aus dem Nichts Besonderheiten auf, die Fragen aufwerfen, sofern man auch ein Interesse daran hat, die Fragen zu stellen, die sich auftun.

Das Grundgesetz und auch das BGB benutzt den Begriff „Mensch“. „Der Mensch ist vor dem Gesetz gleich“, oder „die Geburt eines Menschen“ sind Passagen aus den öffentlich zugänglichen Paragrafen oder Artikeln. MERKwürdigerweise findet sich der Begriff „Mensch“ dann in weiten Teilen, (sehr weiten Teilen) der Gesetze nicht wieder. Es wird von „Personen“ gesprochen, von natürlichen und juristischen, moralischen und Gerichtspersonen ist die Rede.

Warum dieser Unterschied? Warum benutzt man auf einmal eine andere Bezeichnung?

Es ist irgendwie seltsam. Personen?. Auch der Sprachgebrauch „natürliche“ Person gibt zu denken. Warum muss etwas als „natürlich“ bezeichnet werden? Es heißt ja nicht der „natürliche“ Mensch oder der „natürliche“ Apfel oder das „natürliche“ Pferd.  Vater Staat achtet peinlichst genau auf die korrekten Bezeichnungen. Alles muss genauestens erfasst werden. Schaut man sich das an, bekommt man den Eindruck Personen seien irgendwie nicht so natürlich und deswegen muss man sie als natürlich definieren. Schmeckt WIE beim Italiener, irgendwie.

Und der Name dient zur Bezeichnung und zur Unterscheidung einer Person.

Sofern man vor 2009 geboren ist, verfügt man noch über das Geburtenbuch, der analogen Form des Geburtsregisters. Auszüge aus diesen Büchern beinhalten weitere Auffälligkeiten.

So wird im Regelfall ein Mädchen oder Knabe durch den Standesbeamten genannt.

Einen Punkt und Satz später wird aus dem „Knaben“ das Kind.

Da wir hier gerade eventuell den Spaß entdecken, Begriffe genauer zu untersuchen, dazu folgendes:

Knabe und Mädchen sind juristisch nicht definiert. Es gibt keine Bezeichnung davon, was genau damit gemeint ist.  Streng genommen könnten Juristen diese Wörter überhaupt nicht benutzen, da ja keine Erklärung dafür existiert. Chinesisch für deutsche Juristen.

Beim Kind sieht es anders aus. „Kind“ ist eine Person vor Vollendung des 14. Lebensjahres.

Wenn man bedenkt, dass der Registereintrag alles, wirklich alles verURsacht, jede Rechnungsstellung ermöglicht, jegliche Erfassung von Daten begründet und damit jedwedes Vorgehen seitens Behörden eröffnen kann, ist die Frage nach dem „Warum“ durchaus berechtigt. Warum muss ein Kind erdacht, definiert werden?

Der Name gehört also wem und wer zieht daraus einen Nutzen?

Der „Beamte des Standes“ verändert also die Begrifflichkeit. Naja, muss wohl so sein, aus irgendeinem Grund. Aber die Tatsache der Unterschrift „in Vollmacht“ legt die Latte der Ungereimtheiten nochmal eine Etage höher. Eine Vollmacht ist eine Willenserklärung.

Wo, wann und wie haben wir bevollmächtigt?

4 Kommentare

  1. Gerd Matthes

    Das ist nicht richtig. i.V. = in Vertretung.

    Freundliche Grüße
    Gerd Matthes

    Antworten
  2. Mel C

    Hallo M,

    https://www.experto.de/businesstipps/unterschriftenvollmacht-im-unternehmen-das-sollten-sie-wissen.html

    hier steht allerdings, dass dies für Firmen gilt, und bei BEHÖRDEN das i. V. für „in Vertretung“ steht. Und egal ob man i. A., i. V. oder ppa verwendet, das niemands rechtliche Konsequenzen (Haftung) für den Unterzeichner hat, sondern immer der Chef der Firma dafür haften würde.

    Wo kann ich das selber genau recherchieren mit der Haftung und den Unterschriften.
    Bedeutet es deshalb, wenn ich meinen Brief, sei es im Büro oder „privat“, nur mit meiner eigenen Unterschrift versehe, ALLEINE dafür hafte? Im „privaten“ kann es ja schlecht an eine andere Person übergehen (also hafte ich als Mensch selbst) aber in der Firma dachte ich, hafte ich nicht, obwohl ich alle Korrespondenz mit meiner Unterschrift versehe, ohne i. A.! Liege ich da falsch?

    Liebe Grüße und nochmals meinen herzlichsten Dank für deine Bemühungen uns dieses Thema zu erschließen!!!

    Antworten

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